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Stop-Buy-Order: Häufig missverstanden und doch so wertvoll

23.02.2010 08:43 Uhr von Andreas Sommer

Chartanalyse-Trends-Chefredakteur Andreas Sommer informiert über den wahren Sinn und den riesigen Vorteil der oft missverstandenen Orderart Stop-Buy.

Chefredakteur Andreas Sommer analysiert mit Chartanalyse-Trends den Markt.Lupen-Symbol

Andreas Sommer weiß: Stop-Buy-Orders sind häufig missverstanden und doch so wertvoll.

 

 

 

 

 

 

In meinen Börsendiensten Momentum Trader und Top-Speed Investor verwende ich gerne die Orderart Stop-Buy. Der Grund: Sie bietet einen wichtigen Vorteil, der von vielen Investoren – zu Unrecht – als Nachteil angesehen wird. Überdies ist manchen Investoren die Mechanik dieser Art zu ordern nicht geläufig.

Da mich in den letzten Tagen die eine oder andere Frage von Lesern zu diesem Thema erreichte, denke ich, könnten auch Ihnen einige Informationen rund um diese wertvolle Orderart nützlich sein.

Grundprinzip jedes Investments: Geld verdienen!


Bevor wir näher darauf eingehen, lassen Sie mich etwas vorausschicken, um den Sinn einer Stop-Buy-Order besser einordnen zu können.
Wenn Sie Ihr Kapital an den Börsen investieren, dann doch wohl allein und ausschließlich aus dem Grund, um damit Geld zu verdienen?

Gleichgültig in was auch immer Sie investieren: Sie werden nur dann an den Börsen Geld verdienen, wenn Sie teurer verkaufen als Sie gekauft haben.

Diese Feststellung klingt so lapidar, aber zugleich auch eindeutig und logisch, dass man eigentlich davon ausgehen sollte, dass sie jeder Investor zu jeder Zeit beherzigt. Leider sieht die Realität oft anders aus.

Dabei gilt dieses elementare Grundprinzip für alle Arten von Wertpapieren. Ob Sie in Aufwärtstrends mit Aktien, Anleihen, Rohstoffen, Bull-Zertifikaten oder Call-Optionsscheinen Profit machen wollen oder in Abwärtstrends mit Leerverkäufen, Bear-Zertifikaten oder Put-Optionsscheinen:

Ihr oberstes Ziel: Immer teurer zu verkaufen, als Sie gekauft haben.


Ich könnte auch provokativ sagen: Wenn Sie am Aktienmarkt Geld verlieren möchten, dann brauchen Sie im Prinzip nur Aktien zu kaufen, die im Kurs fallen.

Eine Aktie, die im Kurs sinkt, zieht Anleger auf seltsame Weise immer wieder an: Offensichtlich haben sie ein „gutes Gefühl“, wenn sie eine Aktie viel preiswerter kaufen können, als noch vor wenigen Wochen oder Monaten. Wie beim täglichen Einkauf glauben sie, ein „Schnäppchen“ entdeckt oder Geld gespart zu haben.

Was im richtigen Leben zumeist richtig ist, endet an der Börse zumeist fatal. Wenn Sie an der Börse Aktien kaufen wie bei Aldi oder Lidl, werden Sie in den meisten Fällen einen großen Fehler machen.

Niemals sollten Sie eine Aktie kaufen, nur weil sie preiswert ist.
In aller Regel hat es seine Gründe, wenn eine Aktie im Kurs sinkt oder so auffallend „preiswert“ ist.

Kurse sinken und steigen nie grundlos


Wenn ein Kurs sinkt, dann schlicht und ergreifend deshalb, weil das Angebot höher ist als die Nachfrage. Und wenn ein Kurs steigt, dann schlicht und ergreifend deshalb, weil die Nachfrage das Angebot übersteigt. Wenn dem aber so ist, dann bedeutet das, dass sich bei einem steigenden Kurs vermehrt Investoren in einer Aktie engagieren (wollen).

Wenn sie dies tun, dann werden sie ihre Gründe dafür haben. Wenn sich Ihnen solche Gründe auf den ersten Blick oder nach intensiver Recherche nicht offenbaren, dann kennen einige Marktteilnehmer in Bezug auf das Unternehmen offensichtlich mehr Fakten. Fakten, von denen Sie nichts, oder noch nichts ahnen (können).

Erst kaufen, wenn die Nachfrage steigt


Aber Sie müssen auch gar nicht im Vorhinein wissen, ob und wann eine Aktie, die Sie kaufen wollen, im Kurs steigt. Denn: Mit einer Stop-Buy-Order kaufen Sie erst dann, wenn ihr Kurs steigt, die Nachfrage also mithin höher ist als das Angebot.

So wie Sie bei einer Stop-Loss-Order erst dann verkaufen, wenn das von Ihnen angegebene Kurslimit erreicht bzw. unterschritten wird, bleibt bei der Orderart Stop-Buy Ihre Kauforder so lange inaktiv, bis der Kurs das angegebene Limit erreicht bzw. überschreitet. Erst ab diesem Moment wird Ihre Order aktiviert und zum nächsten erreichbaren Kurs ausgeführt (der dann sowohl über als auch unter Ihrem Stop-Buy-Limit liegen kann).

Das bedeutet, dass Sie auf jeden Fall teurer kaufen werden, als Sie zum aktuellen Zeitpunkt kaufen könnten. Das klingt auf den ersten Blick widersinnig, wenn „der Gewinn doch im Einkauf liegt“ (alte Kaufmannsweisheit). Doch genauso widersinnig wäre dann ja auch eine Stop-Loss-Order, da Sie ja genau jetzt noch besser (weil teurer) verkaufen könnten, als zu dem Zeitpunkt, wenn Ihr Stop-Loss ausgeführt wird.

So wie bei der Stop-Loss-Order der Sinn darin liegt, Ihr Risiko zu begrenzen, liegt der Sinn der Stop-Buy-Order darin, in die Stärke eines Wertpapiers hinein zu kaufen (und damit das Risiko zu mindern, einzusteigen, wenn sich eine Aktie noch in einem Abwärtstrend befindet. Sie kaufen also genau dann, wenn die Aktie ihren Aufwärtstrend fortzusetzen scheint. Wenn sich diese Stärke zu offenbaren scheint. Und das tut sie sehr häufig dann, wenn der Kurs einmal über dem Hoch des Vortages oder einem wichtigen charttechnischen Hoch der letzten Tage / Wochen notiert hat.

Exakt dann ist Ihre Chance besonders groß, später teurer verkaufen zu können, als Sie gekauft haben.

 
 

Kommentare zum Artikel

28.02.2010 12:48
Andreas Sommer
Sehr geehrter Herr Abow,

das ist so nicht richtig. Offensichtlich verwechseln Sie hier Kursfeststellung mit Kursbildung durch Angebot und Nachfrage.

Wenn Sie eine Aktie zu einem bestimmten Kurs kaufen möchten, der Kurs sich jedoch ständig oberhalb Ihres Wunschkurses bewegt, dann treten Sie als Nachfrager auf - es kommt jedoch kein Umsatz zustande, weil kein Verkäufer bereit ist, zu Ihrem zu niedrig angesetzten Kurs zu verkaufen. Die Nachfrage kann also sehr wohl höher sein als das Angebot und umgekehrt.

Weiterhin: Um einen Umsatz zustande zu bringen, muss zu einem bestimmten Kurs das Angebot die Nachfrage decken. Dabei ist es völlig unerheblich, ob 3 Verkäufer die Zahl der Aktien zu dem Kurs anbietet, die 1, 2 oder 10 Käufer insgesamt abnehmen möchten. Es ist eben falsch, zu glauben, dass 1 Verkäufer STETS 1 Käufer mit denselben Preisvorstellungen gegenüber steht!

Die Höhe des Angebots in Relation zur Nachfrage bzw. die Höhe der Nachfrage in Relation zum Angebot beeinflusst sehr wohl die Kursbildung.

Ein Beispiel:
Wenn X Anbieter 100.000 Aktien verkaufen wollen (z.B. weil das Unternehmen soeben eine sehr negative Meldung veröffentlicht hat), aber X Käufer aktuell nur 10.000 Aktien abnehmen möchten, dann müssen die Verkäufer mit ihrer Preisvorstellung deutlich herunter gehen (wenn sie unbedingt verkaufen wollen), um neue Nachfrage(r) auf den Plan zu rufen, die bereit sind, zu den dann niedrigeren Kursangeboten die zusätzlich angebotenen 90.000 Aktien zu kaufen.

Damit nicht genug, kann - um bei unserem Beispiel zu bleiben - der sinkende Kurs weiteres Angebot auf den Markt bringen, weil plötzlich Investoren durch den gesunkenen Kurs unter Verkaufsdruck geraten. Das plötzlich gestiegene Angebot zieht weiteres zusätzliches Angebot nach sich.

Exakt das ist mit überverkauft / übergekauft gemeint: Es hat einen Nachfrage- / Angebotsüberhang gegeben, der den Kurs entsprechend in die jeweilige Richtung beeinflusst hat. Wenn eine Aktie z.B. überverkauft ist, dann könnte ihr Preis inzwischen so attraktiv sein, dass plötzlich sehr viel mehr Investoren bereit sind, zu diesen niedrigen Kursen zu kaufen.

Beste Grüße,
Andreas Sommer
24.02.2010 02:38
Farook Aziz Abow
Wieso eigentlich in einer Aktie Angebot höher bzw. niedriger als Nachfrage gibt?. Jeder Käufer muss einen Verkäufer finden, der die gleiche Anzahl von Aktien verkaufen möchte. Also es gibt keine differenzen zw. Angebot und Nachfrage. Das ist genau mit dem Unsinnegen formilierung Überkauft und Überverkauft.

Schöne Grüsse abow

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