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Momentum: Der Kursdynamik auf der Spur - Teil 7
Im bisherigen Verlauf unserer Beitragsreihe über das Momentum hier auf Chartanalyse-Trends haben Sie bereits verschiedene Möglichkeiten kennengelernt, diesen vielseitigen Indikator zur Analyse und zur Erkennung von Kauf- und Verkaufssignalen einzusetzen.
Neben der Kreuzung des Momentum-Indikators mit der Mittelllinie (Nulllinie) und seine Bewegungsrichtung darüber oder darunter gehören der Bruch von Trendlinien im Indikator sowie das Auftreten von Divergenzen (abweichendes bzw. nicht bestätigendes Verhalten zur Kursentwicklung) zu den am häufigsten verwendeten Interpretationsmöglichkeiten. Im letzten Beitrag hatte ich Ihnen die Möglichkeit der Signalgenerierung durch das Hinzufügen eines Gleitenden Durchschnitts aufgezeigt.
Heute wollen wir uns mit einer weiteren „Spielart“ auseinandersetzen: Dem Markieren von Extrem-Bereichen bzw. einer Neutralen Zone.
So spüren Sie Extrembereiche auf
Schauen wir dazu einmal auf den nachfolgenden Chart des MDAX mit seinem 50-Tage-Momentum:
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MDAX: 50-Tage-Momentum und Extrem-Zonen
So präsentierte sich Ihnen der MDAX am 20. März 2009. Zu diesem Zeitpunkt waren dem Chart einige wichtige Details zu entnehmen:
- Nachdem das 50-Tage-Momentum von Oktober bis Anfang Dezember 2008 tief im negativen Bereich notierte, gelang Ende Dezember 2008 plötzlich ein Sprung über die Nulllinie.
- Der anschließende Rücksetzer im Momentum im Januar 2009 endete schon weit früher.
- Der Anstieg im Februar 2009 konnte das Januarhoch im Momentum nicht nachhaltig überwinden.
- Am 20. März 2009 schien das Momentum erneut nach oben zu drehen.
Die gelb gekennzeichneten Spitzen oberhalb und unterhalb der Nulllinie schienen also neue Extrembereiche zu markieren, durch die Sie daher jeweils eine horizontale Linie ziehen. Die rote Linie bezeichnet einen unteren Extrembereich, die obere grüne einen oberen Extrembereich. Ich bezeichne diese Linien nachfolgend als „Signallinien“.
Schauen wir nun einmal gemeinsam, wie sich der MDAX in der Folge entwickelte:
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</media>
MDAX: 50-Tage-Momentum plus oberem und unterem Extrembereich
Signal-Interpretation bei Extrembereichen
Folgende Möglichkeiten der Signal-Generierung bzw. –Interpretation stehen Ihnen zur Auswahl:
- Kaufsignal: Das Momentum durchkreuzt die untere Signallinie von unten nach oben. Dies war am 23. März 2009 bei einem MDAX von 4.479 Punkten der Fall (grüner senkrechter Balken).
- Verkaufssignal: Das Momentum durchkreuzt die obere Signallinie von oben nach unten. Dies war am 6. Juli 2009 bei einem MDAX von 5.609 Punkten der Fall (hellblauer senkrechter Balken).
- Alternativ können Sie aber auch die Durchkreuzung der oberen Signallinie von unten nach oben als Verkaufssignal werten: Schließlich bildete dieses Niveau im Januar und Februar 2009 obere Umkehrpunkte. Dies war am 30. April 2009 bei einem MDAX von 5.565 Punkten der Fall (roter senkrechter Balken). Das hätte einen Unterschied von gerade einmal 44 Punkten gemacht – allerdings hätten Sie Ihren Einsatz bereits mehr als 2 Monate früher „vom Tisch“ genommen.
Zusätzliche Möglichkeiten bei Extrembereichen
Eine weitere Variante der Signalgenerierung wäre, nach der Überkreuzung einer Signallinie zunächst einen 50%-Einstieg zu wagen. Die Durchkreuzung der Nulllinie werten Sie dann als Bestätigung des Einstiegssignals und stocken Ihre Position auf 100% auf.
Auch dieses Handelssystem ist nicht perfekt
Auch dieses Handelssystem können Sie nicht starr immer und immer wieder anwenden. Dies ergibt sich bereits daraus, dass sich Auf- und Abwärtstrends in den Märkten abwechseln und das Momentum in diesen Phasen sich weitgehend ober- oder unterhalb der Nulllinie bewegt. Darüber hinaus können sich – je nach Trendstärke – neue Extrembereiche ergeben.
So bildete sich im Mai und Juni 2009 ein neuer, höher liegender Extrembereich heraus (hellblaue Kreise). Die Überkreuzung dieser neuen Signallinie (dunkelblaue, horizontale Linie) konnten Sie wiederum als neues Verkaufssignal interpretieren, um Gewinne mitzunehmen.
Die Neutrale Zone: Filterung von Signalen
Eine Neutrale Zone konnten Sie beispielsweise anhand der Bewegung im April 2009 erzeugen: Seinerzeit pendelte das Momentum fast 1 Monat um die Nulllinie, bevor es dann im Mai regelrecht abhob. Eine Neutrale Zone ist also eigentlich mehr ein Sicherheitspuffer, den Sie um die Nulllinie herum anlegen – eine Art Filter, um nicht jede Überkreuzung der Nulllinie als Handelssignal werten zu müssen. Dies macht vor allem Sinn in Seitwärts-Phasen der Märkte. Zwischen November 2009 und Februar 2010 hätte sich beispielsweise die Zahl der generierten Signale deutlich verringert. Zudem schützt Sie dieser Filter vor voreiligen Trend-Investments in die Gegenrichtung.
Ich freue mich, wenn Sie meiner Beitragsreihe das eine oder andere für Ihre eigenen Analysen und Investmententscheidungen entnehmen konnten. Es ist schön, wenn ich Ihnen dabei helfen konnte, diesen so wichtigen, interessanten und sehr vielseitig verwendbaren Indikator besser zu verstehen und zu interpretieren.
P.S.: Hier gelangen Sie direkt zu den bisherigen Teilen unserer Beitragsreihe zum Momentum:
Momentum: Der Kursdynamik auf der Spur - Teil 1
Momentum: Der Kursdynamik auf der Spur - Teil 2
Momentum: Der Kursdynamik auf der Spur - Teil 3
Momentum: Der Kursdynamik auf der Spur - Teil 4
Momentum: Der Kursdynamik auf der Spur - Teil 5
Momentum: Der Kursdynamik auf der Spur - Teil 6
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>> lesen Sie mehr zum Thema "Verkaufssignal"
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Kommentare zum Artikel
die Teile 1 und 2 meiner Beitragsreihe beantworten alle Ihre Fragen.
Die Links dazu finden Sie als P.S. unter meinem Beitrag.
Beste Grüße,
Andreas Sommer
1 Bei <Stockcharts.com> gibt es kein Momentum; alles ist auf Englisch. Entspricht das Kürzel "ROC" dem Momentum und, was bedeuted ROC?
2 Bei den Cortal Consors - Charts gibt es bei der Momentum - Kurve keine Null - Linie; die Kurve pendelt zwischen 90 und 105. Was bedeutet dies, entspricht 100 dort der Null - Linie?
Gruß, W. Bopp
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